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Die TCM ist ein umfassendes weltanschauliches Konzept, das den Fluss und die Umwandlung von Lebensenergie / Qi beschreibt. Alle Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin haben zum Ziel den Fluss des Qi zu harmonisieren und Yin und Yang wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Hier ist es sehr wichtig, die Kernkompetenzen klar von einander zu trennen und gleichermaßen zu verzahnen, je nach Bedürfnis und Krankheitssymptom des Patienten.

 

Kernmethoden

Die Kernmethoden der Chinesischen Medizin finden in der Ausübung die Möglichkeit der Einzelanwendung oder der Kombinationslösung. Es wird unterschieden zwischen kurzfristigen und langfristigen Behandlungsmethoden. Akupunktur, Akupressur und Chiropraktik (nicht traditionell, aber eine gute Ergänzung) gehören zu den kurzfristig eingesetzten Methoden, bei denen der Erfolg recht zeitnah ersichtlich ist.

Die Kräutermedizin und Ernährungstherapie zählen zu den langfristig angelegten TCM-Methoden.

Die Bewegung ist eine unabdingbare Art der Selbstdisziplin und verhilft zur Ausgeglichenheit.

Jegliche Kombination ist denkbar, jedoch abhängig von dem individuellen Krankheitsbild und der Diagnose.

Bevor eine Diagnose abgegeben wird, findet ein intensives Vorgespräch eine Anamnese statt, die zu einer optimalen Empfehlung zur Linderung der Krankheitssymptome und der Ursachen führt.

 

Akupunktur

Akupunktur bezeichnet das Nadeln bestimmter festgelegter Punkte auf dem Körper.

Es handelt sich hier um 365 spezifische Stellen auf den Meridianen (Energiebahnen), über die sich der Fluss des Qi und somit die Funktion sämtlicher Organe beeinflussen lässt. Die Energie wird zum Fließen gebracht.

Je nach Nadelführung wirkt die Akupunktur kräftigend oder beruhigend. Die Stichtechnik  und Dauer der Behandlung ist abhängig von der individuellen Diagnose. In den meisten Fällen sind 10 Behandlungen üblich (abhängig von Symptom- und Ursachenermittlung).

 

Ohrakupunktur 

Anstelle der Nadeln lassen sich Samenkörner verwenden, die an bestimmten Punkten am Ohr angebracht werden. Dadurch wird eine mehrere Tage anhaltende Dauerstimulation erreicht. Das Prinzip beruht auf der Annahme, dass sich im Ohr der ganze Körper wieder findet. Ausgehend von diesen Ohrpunkten kann auf den gesamten Organismus Einfluss genommen werden.

Die Behandlung ist schmerzfrei.

Anwendungsbeispiele: Kopfschmerzen, Allergien, Rauchentwöhnung u.s.w.

 

Chiropraktik

Die Chiropraktik ist keine typische TCM-Methode, sie hat sich jedoch in meiner täglichen Praxis als eine gute Ergänzung herausgestellt. In chiropraktischen Anwendungen werden blockierte Gelenke – meist Wirbelgelenke – mit gezielten Handgrifftechniken wieder mobilisiert. 

Die Kombination zwischen Chiropraktik und Akupunktur ermöglicht dem Patienten eine schmerzfreie Mobilisierung und einen längerfristigen Behandlungserfolg.

Die Behandlung ist auch hier abhängig von der Ursache. Üblich sind 1- 3 Sitzungen.

Anwendungsbeispiele: Hexenschuss, Wirbelblockade, Auskugelung von Gelenken u.s.w.

 

Kräuterbehandlung

Die Kräutermedizin gilt als eine der wichtigsten Methoden der Traditionell Chinesischen Medizin, die primär zur Behandlung von inneren Erkrankungen eingesetzt wird. Es gibt 3000 bekannte Extrakte, davon finden 500 Arten eine häufige Anwendung.

Die Wirkstoffe sind natürlicher Herkunft meist aus dem Mineral-, Tier- und Pflanzenreich. Diese finden Verwendung in Form von Sud aus abgekochten Heilstoffen, Tabletten, Kräuterpresslingen, Pulver, Salben, Pflastern, Tinkturen, Extrakte und Bäder.

Die Kräuter werden individuell für den Patienten gemäß dem Krankheitsbefund zusammengestellt. Die Behandlung wird meist längerfristig angesetzt. Nebenwirkungen sind aufgrund der Reinheit von Naturextrakten nicht bekannt.

Anwendungsbeispiele: Erkältung, Grippe, Depressionen u.s.w.

 

Ernährung

Eine gute konstitutionelle Behandlung umfasst auch eine Aufnahme ihrer Ernährungsmethoden. Mit wenigen Grundregeln können Sie Ihre Ernährung korrigieren und bereichern, ohne nach Ernährungsdogmen leben zu müssen.

Diätetik ist die Kunst, Krankheiten mit einer energetisch und jahreszeitlich angepassten Ernährung zu vermeiden oder zu beheben. Diese Heilpraktik der TCM gehört neben der Akupunktur und der Kräutermedizin zu den schwierigsten Methoden.

Die heutige Ernährung beeinflusst das Wohlgefühl und die Gesundheit des menschlichen Organismus. Die Bevölkerung der westlichen Industriestaaten ernährt sich oft sehr einseitig. Jedes Organ des menschlichen Körpers möchte jedoch versorgt werden. Unterschiedliche ausgewogene Speisen verhelfen dazu. Selbst psychosomatische Erkrankungen können durch eine Ernährungsumstellung gelindert werden.

Die europäische Küche ist so vielfältig. Machen Sie sich dies zu Nutze und sehen Sie Ihre ausgewogene Ernährung als Hilfe zur Selbsthilfe an. Ihre täglichen Speisen könnten sich als tägliche Medizin für Ihr Wohlgefühl herausstellen.

 

Ergänzungspraktiken

Die nachfolgend aufgeführten Methoden zählen zur Traditionellen Chinesischen Medizin, werden jedoch oft als Ergänzungsmethoden, je nach Krankheitsbild und individueller Körperkonstituion, eingesetzt.

 

Moxibustion

Unter Moxabehandlung versteht  sich ein medizinisches Verfahren, was durch Kräuter-Wärmezufuhr an den jeweiligen Akupunkturpunkten dem Organismus Energie zuführt. Es wird vorwiegend Beifuss in Form von kleinen Kegeln und in gepresster Stangenform - auch Zigarren genannt – verwendet.

Die Moxabehandlung ist schmerzfrei und schonend, jedoch spürt der Patient die Wärme, die je nach Empfindlichkeit sich auch unangenehm anfühlen kann. Von der Behandlungsdauer und Form ähnelt diese Behandlung der Akupunktur.

Anwendungsgebiete: Hexenschuss, Schwangerschaft, Verdauungsprobleme u.s.w.

 

Schröpfen

Mit Hilfe von erwärmten Schröpfgläsern wird an den auf dem Körper angesetzten Stellen ein Unterdruck erzeugt. Durch Abkühlung der Gläser entsteht ein leichtes Vakuum, das einen gewissen Sog erzeugt.  Durch diese Art der Behandlung können schädliche Umweltfaktoren - Abgase, Gifte etc., die durch die Haut aufgenommen werden - aus dem Körper ausgeleitet werden.

Die Behandlungsdauer ist abhängig von dem Krankheitsbild, wird aber eher in die Reihe der kurzfristigen Behandlungsmethoden eingegliedert.

Anwendungsbeispiele: Entgiftung, Rauchentwöhnung, Durchblutungsstörungen u.s.w.

 

Gua Sha

Diese Methode zählt zu einer effektiven Massagetechnik, mit der auch tiefer liegende Schichten erreicht werden können. Durch Kratzen und Schaben – Gua – mit Hilfe von Gegenständen, wie z.B. Münzen und anderen Metallgegenständen, können lokalisierte Schmerzen nachhaltig gelindert werden.

Die Körperstellen werden großflächig behandelt. Generell werden aufgrund von Erfahrungswerten 10 Sitzungen empfohlen. Jedoch ist die genaue Anwendungsdauer abhängig von der Diagnose.

Anwendungsgebiete: Erkältungen, Grippalen Infekten, Bronchitis, Asthma, Chronische Störungen u.s.w.

 

Massage (Tui-Na) 

Die Tui-Na Massage unterscheidet sich von der herkömmlichen westlichen Massage. Diese Technik ist eine Rehabilitation, die durch Stossen und Kneifen, den gewünschten Erfolg zeigt. Sie lindert nicht nur, sondern wirkt auch vorbeugend.

Die Tui-Na Massage beeinflusst die Meridiane (Energiebahnen) und ihre Nebengefässe mit unterschiedlichsten Techniken. Tui bedeutet schieben und Na beschreibt das Kneifen. In China wird diese Therapieform nicht von Therapeuten durchgeführt sondern von ausgebildeten Fachärzten.

Bei dieser Methode kann ein Behandlungsschmerz auftreten (durch Kneifen und Stossen), der jedoch im Laufe des Behandlungzeitraums verschwindet

Die Behandlungsdauer ist auch hier von der Diagnose abhängig. 10 Anwendungen sind jedoch üblich.

Anwendungsgebiete: Beschwerden des Bewegungsapparates, Innere Beschwerden, Gynäkologie, Kinderheilkunde